Entstehung und Vision der Fotografischen Sammlung | Schloss Kummerow

Entstehung und Vision der
Fotografischen Sammlung

Dialog zwischen Ausstellung und Architektur

Die Ausstellung der Fotografische Sammlung auf Schloss Kummerow eröffnete Pfingsten 2016. Seither fügt sie sich in das Sanierungskonzept des Herrenhauses inhaltlich ein. Der allgemeine Zeitbezug des Mediums Fotografie trifft auf die behutsame Wiederherstellung des historisch architektonischen Bestands.

So präsentiert sich die Sammlung nicht in den üblich hergerichteten weißen Räumen, sondern steht im Dialog mit den absichtlich erhaltenen Spuren der Vergangenheit des Hauses und seiner Geschichte.

Werke der Ausstellung

Herzstück und Fokus

Das Herzstück der Bestände bilden Fotografien, die von heute renommierten Vertretern der Ostfotografie aufgenommen wurden. Sie dokumentieren vergangene und nachwirkende Lebenswelten der Menschen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Eine Publikumsattraktion ist die Dichte großformatiger Werke, die dem Schloss mit seinen über 3.500 Quadratmetern seine einst gepriesene Ausstattung mit Gobelins zurück übereignet. Eine Erweiterung der Ausstellungssituation mit Multimedia-Räumen wird die Präsentation zeitbasierter Werke wie Film und Video ermöglichen.

Aktueller Bestand der Ausstellung

Die Ausstellung der Fotografische Sammlung auf Schloss Kummerow eröffnete Pfingsten 2016. Seither fügt sie sich in das Sanierungskonzept des Herrenhauses inhaltlich ein. Der allgemeine Zeitbezug des Mediums Fotografie trifft auf die behutsame Wiederherstellung des historisch architektonischen Bestands. So präsentiert sich die Sammlung nicht in den üblich hergerichteten weißen Räumen, sondern steht im Dialog mit den absichtlich erhaltenen Spuren der Vergangenheit des Hauses und seiner Geschichte.

Vision und Stücke der Fotografischen Sammlung

Die Vision für die Ausstellung folgt der Vorliebe des Sammlers für die visuelle Kraft von großformatigen Werken, die der Präsentation in Privaträumen entwachsen sind. ‘Because the Night’ von Richard Mosse mit seinen über 5 Metern, Michael Weselys 6 Meter raumeinnehmendes Seerosenbild, Werner Mahlers umfangreiche Chronologie einer Abiturklasse seit 1977 und Adrian Sauers Museumsbild ‘16.777.216 Farben’ mit einer Weite von über 4,7 Metern bilden die Eckpfeiler der Ausstellung.

Die verfremdete Landschaft von Mosse stammt aus der Serie ‘Infra’ und zeigt den weitläufigen Blick in eine Hügelkette von irrealer Schönheit. Wir sehen direkt in eine vom Bürgerkrieg betroffenen Kongolesische Hügelkette, deren Farben durch die Verwendung eines Infrarotfilms von grün zu pink ausgetauscht sind. Wenn Mosses Thema das unmögliche Kriegsbild darstellt, so betrachten wir mit Weselys Seerosen durch die Langzeitbelichtung das Betrachten selbst.

Sauers Hybrid aus Malerei und Fotografie steht im selben Stockwerk Werner Mahlers Studie einer Abiturklasse gegenüber, deren Schüler bis heute alle fünf Jahre einzeln porträtiert wurden, um ihre persönliche Chronologie über die Wende bis ins Jetzt weiterzuführen.

Die Spuren der Zeitläufe und die Zeit selbst sind in allen Exponaten der Ausstellung ein durchgängiges Motiv. Dabei berührt das Thema der Fotografien auch die Lebenswelten einer heutigen Gesellschaft, die der Mystifizierung ihrer Abbildungen anhängt. Dafür steht auch Thomas Demands und Viktoria Binschtoks Umgang mit den Vervielfältigung und Wiederholung von emotionalen Abbildungen.