Fotografische Sammlung – Schloss Kummerow

All photographs are there to remind us of what we forget. In this -as in other ways- they are the opposite of paintings. Paintings record what the painter remembers. Because each one of us forgets different things, a photo more than a painting may change its meaning according to who is looking at it.

John Berger

2016 eröffnet die Fotografische Sammlung – Schloss Kummerow und fügt sich in das Sanierungskonzept des Herrenhauses inhaltlich ein. Der allgemeine Zeitbezug des Mediums Fotografie trifft auf die behutsame Wiederherstellung des historischen architektonischen Bestands. So präsentiert sich die Sammlung nicht in den üblich hergerichteten weißen Räumen, sondern steht im Dialog mit den absichtlich erhaltenen Spuren der Vergangenheit des Hauses und seiner Geschichte.

Im Bestand der Fotografischen Sammlung – Schloss Kummerow finden sich über 2.000 Fotografien der Privatsammlung von Torsten Kunert. Das Konvolut gehört zu den führenden fotografischen Privatsammlungen in Deutschland und wird den Grundstock für Dauer- und Wechselausstellungen auf Schloss Kummerow bilden. Der Schwerpunkt der Bestände liegt im Zeitraum ab dem Zweiten Weltkrieg bis heute und wird durch neue Positionen der Fotografie ständig erweitert. Dank einer konstanten Ankaufspolitik kamen seit den 1990er Jahren Originale international bekannter Fotografen in die Sammlung. Sie wird jetzt auf Schloss Kummerow erstmalig einem großen Publikum vorgestellt werden.

Das Herzstück der heutigen Bestände bilden Fotografien, die in der Zeit der DDR von heute renommierten Vertretern der Fotogeschichte der DDR aufgenommen wurden. Sie dokumentieren vergangene und nachwirkende Lebenswelten der Menschen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Eine wichtige Ergänzung erfuhr die Sammlung in den letzten Jahren durch den Ankauf umfassender Sammlungen anonymer Fotografie zur Geschichte der Dokumentar- und Sachfotografie. Auch heute noch finden herausragende Werke und Dokumente, Archive und Nachlässe den Weg in die Sammlung.

Eine Publikumsattraktion repräsentiert die Dichte großformatiger Werke, die dem Schloss mit seinen über 3.500 Quadatmetern seine einst gepriesene Ausstattung mit Gobelins zurückübereignen. Eine Erweiterung der Ausstellungssituation mit mehreren Videoräumen wird die Präsentation zeitbasierter Werke wie Film und Video ermöglichen.

Für die Zukunft ist die Überführung der sammlungseigenen Fachbibliothek sowie seltener Fotobücher angedacht. Diese sollen nach Anmeldung für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung stehen.

Thematische Ausstellungen der Fotografischen Sammlung – Schloss Kummerow werden sich mit der Kulturgeschichte der Fotografie auseinandersetzen und beschäftigen sich mit den sozialen und politischen Auswirkungen des Mediums in allen seinen Bereichen. Gezeigt werden Präsentationen, die aus dem eigenen Bestand zusammengestellt werden, als auch solche, die damit in Dialog stehen. Die Ausstellungen sollen regelmäßig einen Wechsel erfahren und von Publikationen begleitet sein. Der inhaltliche Austausch mit regionalen und internationalen Institutionen und der gegenseitige Leihverkehr einzelner Werke soll einen hohen Stellenwert einnehmen.

Künstler

Marina Abramović, Nobuyoshi Araki, Fiona Banner, Peter Beard, Bernd und Hilla Becher, Sybille Bergemann, Viktoria Binschtok, Thorsten Brinkmann, Daniele Buetti, Martin Damman, Thomas Demand, Arno Fischer, Günther Förg, Maike Freess, Andreas Gursky, Harald Hauswald, Candida Höfer, Sabine Hornig, Clemens Krauss, Ute und Werner Mahler, Björn Melhus, Helmut Newton, Tatsumi Orimoto, Helga Paris, Nira Pereg, Bettina Rheims, Thomas Ruff, Sebastiao Salgado, Adrian Sauer, Martin Schöller, Sarah Schönfeld, Gundula Schulze Eldowy, Thomas Struth, Hiroshi Sugimoto, Miroslav Tichy, Ulay, Mariana Vassileva, Michael Wesely, Siegfried Wittenburg und viele andere.